Termin online vereinbaren

Blasenentzündungen/Harnwegsinfektionen

Ca. 60% aller Frauen leiden mindestens 1x im Leben an einer Harnwegsinfektion, ca 30% mehrmals. Von häufigen Rezidiven (d.h. > 3x/Jahr oder 2x/Halbjahr) sind zwischen 20 und 50% der vorwiegend jungen Frauen oder Frauen in der Menopause betroffen.

Dies sind Dimensionen einer Volkskrankheit mit weitreichenden Auswirkungen im privaten und beruflichen sowie volkswirtschaftlichen Bereich.

Neurologische Blasenstörung

Störungen der Blasen- und Darmfunktion sind häufig vernachlässigte Aspekte bei neurologischen Erkrankungen, weil möglicherweise andere Funktionseinschränkungen subjektiv im Vordergrund stehen (z.B. Lähmungen, Gefühlsstörungen, Krampfanfälle).

Umso wichtiger ist die Aufklärung und Betreuung Betroffener (z.B. mit Querschnittslähmung, Multipler Sklerose, M. Parkinson, angeborenen Fehlbildungen des Nervensystems, Schlaganfall aber auch Diabetes mellitus und Polyneuropathie) v.a. von urologischer Seite, da Nieren- und Blasenschäden nicht nur den Alltag beeinträchtigen (Inkontinenz, häufiges nicht kontrollierbares Wasserlassen mit starkem Drang etc.), sondern auch die Lebenserwartung durch irreversible Schäden einschränken können.

Die Betroffenen benötigen einen kompetenten in neurourologischer Diagnostik und Therapie erfahrenen Arzt /Ärztin, der/ die Sie kontinuierlich lebenslang urologisch "begleitet".

In unserem Zentrum besteht die Möglichkeit der Durchführung der erforderlichen urologischen Diagnostik und erfahrenen kompetenten Therapie neurologisch erkrankter Menschen.

Blasenentleerungsstörung

Sowohl Frauen als auch Männer können unter Entleerungsstörungen der Blase leiden, d.h. die Blase entleert sich zumeist unvollständig (Restharnbildung) oder gar nicht. Die Ursachen können vielfältig und auf "den ersten Blick" nicht eindeutig zuzuordnen sein, v.a. da auch Mischformen von Speicher- und Entleerungsproblemen vorliegen können.

Ursachen der Entleerungsstörung

  1. "Abflusshindernis" unterhalb der Blase

    - morphologisch bedingt, d.h. z.B. durch eine anatomische Enge am Blasenauslass (z.B. vergrößerte Prostata beim Mann) oder in der Harnröhre (Harnröhrenenge

    - funktionelle Behinderung des Abflusse aus der Blase, z.B. durch Fehlregulation des natürlichen Vorgangs des Wasserlassens. (z.B. neurologische Störungen, angelerntes "Fehlverhalten"

  2. Schwäche des Blasenmuskels mit nicht ausreichender "Austreibungskraft"
  3. Beckenbodenhypertonus


Harninkontinenz

Als Harninkontinenz wird der unfreiwillige Abgang von Urin bezeichnet.

Es gibt unterschiedliche Arten von Harninkontinenz:

Belastungsinkontinenz

Unfreiwilliger Harnabgang bei körperlicher Belastung wie Husten, Niesen, Heben, Bücken, Gehen. Ursache ist eine Schwäche der Harnröhre und des Beckenbodens.
Zur Behandlung wird als erster Schritt in der Regel eine Physiotherapie empfohlen. Manchmal kann eine Pessarbehandlung sinnvoll sein. Zur operativen Behandlung bieten wir verschiedene Möglichkeiten an.

Überaktive Blase

Häufiger (mehr als 7-mal pro Tag), schlagartiger und nicht unterdrückbarer Harndrang. Eine überaktive Blase ist nicht immer mit Harnverlust verbunden. Als Ursache kommen Entzündungen und Reizzustände der Blase infrage. Bei manchen Patienten ist auch eine Senkung der Grund für die Beschwerden. Häufig wird auch keine Ursache für die Probleme gefunden.

Die Behandlung der überaktiven Blase umfasst Physiotherapie (ggf. mit Reizstrombehandlung), Verhaltenstraining, Medikamente, die die Blasenreizung unterdrücken und in ausgewählten Fällen auch eine operative Behandlung mit Botulinumtoxininjektion oder Senkungsoperation.

Extraurethrale Inkontinenz (Fistel)

In sehr seltenen Fällen kommt es nach Verletzungen, Operationen, Bestrahlungen oder Entzündungen zu einer Verbindung zwischen Blase/Harnleiter/Harnröhre und der Scheide. Die Folge davon ist ein ständiger Harnabgang über die Scheide.

Die Behandlung einer Fistel erfolgt in der Regel durch eine Operation. Der Fistelgang wird ausgeschnitten und das Gewebe zwischen den betroffenen Organen wieder verschlossen.

 

Footer-Broschuere
Footer-Dekra
© 2017 Chirurgische Klinik München-Bogenhausen   Deutsch