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Was ist die Sakralnervenmodulation – InterStim-Therapie?

Durch Neuromodulation (schwache elektronische Impulse) der sakralen Spinalnerven kann die natürliche Funktionalität der Blase und auch des (End-) Darmes wiederhergestellt werden.

Die InterStim-Therapie besteht aus zwei Schritten.

Als Erstes wird ein diagnostischer Test durchgeführt, um zu überprüfen, ob die relevanten Nervenbahnen im Beckenbodenbereich intakt sind. Darüber hinaus kann mit dieser diagnostischen Testsimulation beurteilt werden, welche Verbesserungen sich mit der InterStim-Therapie in jedem individuellen  Fall erzielen lassen. Darin unterscheidet sich die InterStim-Therapie von allen anderen operativen Alternativen.

Wenn sich die Symptome während der Testsimulation deutlich bessern, kann der Patient/die Patientin zusammen mit dem Arzt über eine dauerhafte InterStim-Implantation entscheiden. In der zweiten Phase kann dann ein Impulsgenerator, der vergleichbar mit einem Herzschrittmacher ist,  implantiert werden. Dieser Eingriff ist minimal-invasiv und wird im Rahmen eines kurzen Krankenhausaufenthaltes durchgeführt.

Wer kann von dieser Therapie profitieren?

Die InterStim-Therapie wird seit mehr als 10 Jahren in klinisch spezialisierten Inkontinenz- bzw. Beckenbodenzentren erfolgreich angewendet. Mehr als 30.000 Patienten konnten ihre verloren geglaubte Lebensqualität wieder zurückgewinnen.

Bewährt hat ich diese Therapie bei Stuhlinkontinenz sowie komplexen Blasenfunktionsstörungen, wie z.B. Dranginkontinenz mit plötzlich einschießendem Harndranggefühl, übermäßig häufigem Wasserlassen sowie einem schlaffen Blasenmuskel, der eine mehrfache tägliche sterile Selbstkatheterisierung erforderlich macht. Über diese genannten Krankheitsbilder hinaus können auch weitere Funktionsstörungen im Beckenbodenbereich erfolgreich behandelt werden, z.B. chronische Schmerzzustände, Stuhlinkontinenz, chronische Obstipation.

Wenn durch nicht-invasive, ambulante Methoden (konservative Maßnahmen) die Beschwerden nicht in den Griff zu bekommen sind, sollte der diagnostische Test zur InterStim-Therapie nach Empfehlungen internationaler Leitlinien in Betracht gezogen werden. Zu solchen konservativen Maßnahmen zählen im Wesentlichen die medikamentöse Therapie, Verhaltenstraining, Biofeedbacktraining sowie externe Elektrostimulation. Auch wenn Medikamente nicht vertragen werden, bietet sich diese Teststimulation an.

Was ist eine Teststimulation?

Die Teststimulation ist eine vorübergehende Maßnahme, die mit einem minimal-invasiven Eingriff verbunden ist und vollständig rückgängig gemacht werden kann. Über einen bestimmten Zeitraum hinweg kann der Patient/die Patientin und der Arzt die Wirksamkeit der InterStim-Therapie testen und beurteilen. Wenn die Teststimulation erfolgreich verlaufen ist, das heißt, es tritt eine deutliche Besserung der Symptome auf, wird der Arzt mit dem Patienten/der Patientin zusammen über das weitere Vorgehen entscheiden. Wenn die Teststimulation nicht erfolgreich verläuft oder nicht eindeutig ist, kann sie auch wiederholt werden.

Diese diagnostische Teststimulation kann nach kurzer stationärer Verweildauer für einen Zeitraum von bis zu 5 Woche in häuslicher Umgebung fortgeführt werden. Damit kann schnell  wieder das gewohnte Leben – mit einigen Einschränkungen beim Sport, Baden und Duschen – aufgenommen werden. Eventuell spürt man  die schwachen elektrischen Impulse als Kribbeln. Die  elektrischen Impulse werden individuell so eingestellt, dass die Stimulation nicht als störend empfunden wird. Nach einiger Zeit nehmen viele Patienten diese Impulse gar nicht mehr bewusst wahr.

Was passiert während der Teststimulation?

Es gibt zwei verschiedene Möglichkeiten, diese Teststimulation durchzuführen.

Entweder wird eine temporäre Elektrode, die nach dem Test wieder entfernt wird, oder  schon die endgültige Elektrode, die bei positivem Testergebnis im  Körper verbleibt. implantiert.

Je nach Krankheitsbild kann die Testphase mehrere Tage bis hin zu 4-5 Wochen dauern. Der Arzt/ Idie Ärztin wird mit den Patienten den genauen Zeitraum für diese diagnostische Teststimulation abstimmen. Während dieser Zeit sollten die Symptome in einem speziellen Tagebuch niedergeschrieben werden. Wenn sich die Symptome in der Testphase deutlich verbessern oder ganz verschwunden sind, besteht die Indikation der Implantation eines Schrittmachers.
Meist wird er im Bereich des seitlichen Gesäßes implantiert  und kann von außen über eine „Fernbedienung „ programmiert werden.

 

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